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Hersteller Gravuren 1.Teil






Hersteller Gravuren auf Handfernrohren der Firma Utzschneider u. Fraunhofer in Benediktbeuern bzw. München

Bei den folgenden Beispielen handelt es sich um Gravuren aus der Schaffensperiode des Optikers Joseph v. Fraunhofer (1787-1826). Die Herstellervermerke stammen von Handfernrohren und sollen hier der groben Datierung dienen.

Abbildung 1 (1809-1814)
zeigt die erste Signatur, welche auf Fraunhofers Mitarbeit schließen lässt. Zwar war Fraunhofer bereits schon früher in München zusammen mit dem Optiker Joseph Niggl für Joseph v. Utzschneider (1763-1840) tätig - sein Namenszug findet aber erst Verwendung nach dem Gesellschaftsvertrag von 1809 zwischen Utzschneider, Reichenbach und Fraunhofer und seinem Umzug nach Bendiktbeuern. Die Gravur ist zwischen 1809 - 1814 zu datieren.

Abbildung 2 (1814-1819)
entstand nach Georg v. Reichenbachs (1771-1826) Austritt aus dem optischen Institut in Benediktbeuern, also nach 1814.

Abbildung 3 (1814- ca.1839)
zeigt eine Gravur wie sie nach dem Umzug von Benediktbeuern nach München im Jahre 1819 Verwendung fand. Bis etwa 1839 änderte sich dieser Herstellervermerk nicht mehr. Erst mit Utzschneiders Entscheidung Georg Merz als Fraunhofers Nachfolger einzusetzen und der Geschäftsübergabe im Jahre 1839 an Georg Merz und Joseph Mahler fanden auch neue Gravuren Verwendung. Die rund 100 jährige Tätigkeit der Firma G.&S. Merz und die sich mehrfach ändernden Signaturen auf den hergestellten Instrumenten werden in einem späteren Artikel noch ausführlich behandelt.

Abbildung 4 (vermutl. um 1900)
hier wurde ein unsigniertes Handfernrohr durch die Gravur "Utschneider Fraunhofer in München" aufgewertet. Der falsch geschriebene Name Utzschneiders und das fehlende "u." zeigen, dass der Fälscher wohl keine genaue Kenntnis des richtigen Namenszuges hatte. Stutzig macht hier nicht nur die dilettantische Gravur sondern auch der Umstand, dass der Fernrohrkörper nicht mehr aus Holz sondern aus Messing besteht. Mit Holz furnierte Handfernrohre fanden aber erst ab etwa 1850 Verwendung. Diese "Fälschungen" können durchaus alt sein und haben zweifellos auch ihren Charme.

Abbildung 5. (vermutl. Ende 20. Jh.)
Das es auch besser geht zeigt diese Gravur-Fälschung. Erst unter einem Mikroskop zeigen sich Bearbeitungsspuren einer modernen Gravurmaschine.

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 29. November 2009 um 21:51 Uhr