Nach meinen Recherchen zu den in Bonn gezeigten geodätischen und astronomischen Instrumenten bleibt noch folgendes anzumerken.
“Universalinstrument“ (bez. in der Ausstellung)
Mechanik von Ertel, München, Optik von Utzschneider und Fraunhofer München, Baujahr: ca. 1840

Das gezeigte “Universalinstrument“ wurde auf Sternwarten häufig als “astronomischer Theodolit“ verwendet. Der seitliche Einblick durch das “gebrochene Fernrohr“ ermöglichten dabei auch Messungen nahe dem Zenit. Instrumente dieses Typs konnten aber auch für geodätische Messungen bzw. Winkelbestimmung zur Triangulation als Theodolit verwendet werden (daher Universalinstrument). Durch Schwenken des Tubus und Drehung des Horizontalkreises um 180° war eine so genannte "Wiederholungsmessung" (Repetition) möglich, sie diente der Mittelung des Instrumentenfehlers. Das kleine Fernrohr unterhalb des Horizontalkreises ist ein sog. "Versicherungsfernrohr". Es wurde vor und nach einer Messung verwendet um die unveränderte Aufstellung des Instruments zu überprüfen.
“Passageinstrument“ (bez. in der Ausstellung)
Hersteller: August Henkel, Bonn, Baujahr: 1840

Bei dem zweiten Instrument handelt es sich nicht um ein Passageinstrument sondern um einen normalen Theodoliten. Der große horizontal Kreis und das darüber angebrachte Ablesemikroskop (oder Lupe) deuten auf eine Verwendung des Instruments im Bereich der Geodäsie hin. Der relativ kleine Vertikalkreis ist für genaue astronomische Messung unbrauchbar. Die Anordnung des Okulars am Ende des Fernrohrs (vergl. 1. Instrument) verhindert eine Messung zenitnaher Objekte. Unten: Abbildung aus Repsold, Joh. A.: "Zur Geschichte der Astronomischen Messwerkzeuge von 1450 bis 1830", Leipzig 1908. Hier wird dieses Instrument auch als "terrestrischer Kreis" oder "Theodolit" bezeichnet.

"Kometensucher" der Bonner Durchmusterung (G&S Merz in München,1851)
in der Fachgruppe wurde die Frage gestellt, welche Vergrößerung (Brennweite) das Okular des Kometensuchers besitzt (6x, 10x oder 20x). Vergleicht man das Okular des ausgestellten Instruments mit dem auf historischen Aufnahmen, so scheint es sich wohl nicht mehr um das zur Durchmusterung angeschaffte "Kellner" Okular zu handeln. Die unterschiedliche Länge des Okulars ist nicht auf die Fokusierung zurückzuführen, da hierfür am Tubusende ein großer Schiebefokus (siehe 3. Bild) verwendet wurde. Die letzte Abbildung zeigt noch die Beschreibung zum "Merz" Kometensucher (Preisliste 1840, Astronomische Nachrichten).






